Veröffentlicht am März 15, 2024

Die richtige Achtsamkeits-App auf Rezept zu finden, ist einfacher als gedacht, wenn man den Unterschied zwischen einer medizinischen Digitalen Gesundheitsanwendung (DiGA) und einer reinen Präventions-App kennt.

  • DiGA wie HelloBetter benötigen eine ärztliche Diagnose, ihre Wirksamkeit ist wissenschaftlich belegt und sie werden zu 100 % erstattet.
  • Präventions-Apps wie 7Mind oder Calm sind frei zugänglich, werden von Kassen oft nur bezuschusst und dienen der allgemeinen Gesundheitsförderung.

Empfehlung: Prüfen Sie zuerst das offizielle DiGA-Verzeichnis des BfArM auf eine passende App für Ihre Indikation, bevor Sie Ihren Arzt für eine Verschreibung konsultieren.

In einer Welt, die immer schneller und lauter wird, suchen viele Menschen nach einem Anker. Stress, Angstzustände und das Gefühl der Überforderung sind für Versicherte in Deutschland keine Fremdwörter mehr. Der Griff zum Selbsthilfebuch oder der schnelle Download einer populären Meditations-App ist oft der erste Schritt. Doch während der Markt an digitalen Helfern explodiert, bleibt die zentrale Frage oft unbeantwortet: Welches dieser Tools bietet nicht nur eine vorübergehende Ablenkung, sondern eine nachhaltige, klinisch validierte Unterstützung? Und noch wichtiger: Wie navigiert man den komplexen Dschungel der Kostenerstattung durch die Krankenkassen?

Die üblichen Ratschläge beschränken sich oft auf die Nennung bekannter App-Namen oder allgemeine Tipps zur Entspannung. Doch diese Ansätze übersehen den entscheidenden regulatorischen Rahmen, den Deutschland geschaffen hat, um Spreu vom Weizen zu trennen. Die wahre Revolution liegt nicht in der schieren Anzahl der Apps, sondern im System der Digitalen Gesundheitsanwendungen (DiGA) – den sogenannten „Apps auf Rezept“.

Doch was, wenn der Schlüssel zur effektiven digitalen Stressbewältigung nicht darin liegt, irgendeine App zu nutzen, sondern die richtige App auf dem richtigen Weg zu erhalten? Dieser Artikel geht über eine reine Auflistung hinaus. Er erklärt den fundamentalen Unterschied zwischen einer medizinisch verordneten DiGA und einer Lifestyle-App, zeigt, wie Sie deren Wirksamkeit bewerten und wie Sie diese digitalen Werkzeuge als festen Bestandteil in Ihren persönlichen Versorgungspfad integrieren – von der ersten Übung in der S-Bahn bis hin zur bezuschussfähigen Kur am Meer.

Dieser Leitfaden führt Sie durch die entscheidenden Aspekte, um die richtige digitale Unterstützung für Ihre mentale Gesundheit zu finden und deren Kostenübernahme durch die Krankenkasse sicherzustellen. Von der wissenschaftlichen Evidenz bis zu praktischen Tipps für den Alltag werden alle relevanten Fragen beantwortet.

Warum funktionieren Apps oft besser als Selbsthilfebücher bei Angstzuständen?

Selbsthilfebücher können wertvolle Impulse geben, doch ihnen fehlt eine entscheidende Komponente: der Nachweis ihrer Wirksamkeit in einem kontrollierten Umfeld. Ein Buch kann inspirieren, aber es kann nicht personalisiert auf den Nutzer reagieren, Fortschritte messen oder interaktive Übungen anbieten. Genau hier setzen zertifizierte Gesundheits-Apps an. Insbesondere die Digitalen Gesundheitsanwendungen (DiGA) müssen einen strengen Prozess durchlaufen, bevor sie in Deutschland auf Rezept verschrieben werden dürfen.

Der entscheidende Vorteil ist der geforderte Wirksamkeitsnachweis. Hersteller müssen in randomisierten, kontrollierten Studien belegen, dass ihre Anwendung einen positiven Versorgungseffekt hat. Dies schafft eine Evidenzbasis, die weit über die Anekdoten und allgemeinen Ratschläge vieler Bücher hinausgeht. Das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi) hat beispielsweise Bewertungen für DiGA wie ‚HelloBetter Stress und Burnout‘ und ‚Selfapys Online-Kurs bei Depression‘ veröffentlicht, die genau diesen wissenschaftlichen Hintergrund beleuchten und ihre Überlegenheit gegenüber unbewiesenen Methoden aufzeigen.

Diese geprüfte Qualität führt zu einer höheren Akzeptanz und Nutzung. Eine systematische Übersichtsstudie im renommierten Journal *Nature* zeigt, dass 81% der DiGA-Nutzer aktivierten ihre Verschreibung, was das Vertrauen in diese medizinisch validierten Werkzeuge unterstreicht. Im Gegensatz zur passiven Lektüre eines Buches fördert die interaktive Natur einer App das aktive Engagement und die konsequente Anwendung der erlernten Techniken, was für die Behandlung von Angstzuständen essentiell ist.

Die Unterscheidung zwischen einer reinen Behauptung und einem wissenschaftlichen Beleg ist fundamental, wie Sie beim Vergleich von zertifizierten Apps und allgemeinen Ratgebern sehen.

Wie bekommen Sie das Rezept für eine App wie „Calm“ oder „Headspace“ erstattet?

Dies ist eine der häufigsten Fragen, die auf einem grundlegenden Missverständnis beruht. Apps wie Calm oder Headspace sind in der Regel keine verschreibungspflichtigen DiGA, sondern fallen in die Kategorie der Präventions- und Lifestyle-Anwendungen. Der Weg zur Kostenerstattung ist daher ein völlig anderer und es gibt kein klassisches „Rezept“ dafür. Die Unterscheidung ist für Versicherte in Deutschland entscheidend und im Sozialgesetzbuch (SGB V) klar geregelt.

Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) nach § 33a SGB V sind Medizinprodukte, die zur Behandlung spezifischer Krankheiten (z.B. Depression, Angststörung) dienen. Sie benötigen eine ärztliche oder psychotherapeutische Verordnung mit einer entsprechenden ICD-10-Diagnose. Nach Einreichung des Rezepts bei der Krankenkasse werden die Kosten zu 100 % übernommen. Präventions-Apps nach § 20 SGB V hingegen zielen auf die allgemeine Gesundheitsförderung ab. Viele Krankenkassen bieten Zuschüsse oder integrieren sie in ihre Bonusprogramme, eine vollständige Übernahme ist aber selten und eine ärztliche Diagnose nicht erforderlich.

Die folgende Tabelle verdeutlicht die zentralen Unterschiede und zeigt, warum eine direkte Verschreibung von Apps wie „Calm“ nicht möglich ist, es aber alternative Wege der Bezuschussung gibt. Diese Daten basieren auf den gängigen Modellen der gesetzlichen Krankenkassen, wie sie zum Beispiel die Barmer für ihre Partnerschaft mit 7Mind beschreibt.

DiGA vs. Präventions-App: Die Wege zur Kostenerstattung
Kriterium DiGA (App auf Rezept) Präventions-App (z.B. 7Mind)
Kostenübernahme 100% bei Verordnung Zuschuss oder Bonusprogramm
Voraussetzung ICD-10 Diagnose Präventionswunsch
Zugang Arzt/Psychotherapeut Direkter Zugang über Krankenkasse
Beispiel-Apps HelloBetter, Selfapy 7Mind, Balloon

Das Verständnis dieser zwei Systeme ist der erste Schritt, um die finanziellen Möglichkeiten für Gesundheits-Apps voll auszuschöpfen.

Stimme im Ohr oder Ruhe: Was ist für Anfänger der leichtere Einstieg?

Die Entscheidung zwischen einer geführten Meditation und dem stillen Sitzen ist für Einsteiger oft eine Hürde. Beide Ansätze haben ihre Berechtigung, doch für den Anfang erweist sich die geführte Anleitung durch eine Stimme meist als der sanftere Weg. Der Grund ist psychologischer Natur: Eine freundliche und ruhige Stimme reduziert die kognitive Last. Man muss sich nicht ständig fragen: „Mache ich das richtig? Woran soll ich jetzt denken?“. Die Anleitung gibt eine klare Struktur vor – sei es die Konzentration auf den Atem, ein Body-Scan oder die Visualisierung eines ruhigen Ortes.

Diese strukturierte Herangehensweise hilft, den rastlosen Geist zu beruhigen und verhindert, dass man von den eigenen Gedanken überwältigt wird. Ein Nutzer im Selbsthilfeforum Aspies.de fasst diese Erfahrung treffend zusammen, als er über seine Anfänge mit einer Schlaf-DiGA berichtet:

Für absolute Anfänger kann eine geführte Stimme anfangs die kognitive Last senken, da sie sich nicht fragen müssen, ‚was sie tun sollen‘.

– Erfahrungsbericht aus dem Selbsthilfeforum, Aspies.de Selbsthilfeforum

Die Meditation in Stille hingegen erfordert bereits ein gewisses Maß an Übung und Selbstvertrauen in die eigene Praxis. Sie ist das langfristige Ziel vieler Meditierender, da sie eine tiefere Selbstwahrnehmung und Unabhängigkeit von externen Anleitungen fördert. Für Anfänger kann die plötzliche Konfrontation mit der inneren Gedankenflut ohne einen leitenden Anker jedoch schnell zu Frustration führen. Der ideale Weg ist daher oft ein schrittweiser Übergang: Man beginnt mit stark geführten Übungen, wechselt dann zu Anleitungen mit längeren Stille-Pausen und wagt sich schließlich an die reine, unbegleitete Meditation.

Person mit Kopfhörern in meditativer Haltung, umgeben von Symbolen für Stille und geführte Meditation

Die Wahl hängt letztlich von der persönlichen Präferenz ab. Moderne Apps bieten glücklicherweise beide Optionen, sodass Nutzer experimentieren und den für sie passenden Weg finden können. Für den Anfang gilt jedoch die Faustregel: Lassen Sie sich führen, um die Grundlagen sicher zu erlernen, bevor Sie den Weg in die Stille allein antreten.

Die Wahl der Methode ist ein persönlicher Prozess, doch der richtige Einstieg kann den langfristigen Erfolg maßgeblich beeinflussen.

Das Risiko, dass Ihre Depressions-Daten an Werbetreibende verkauft werden

Die Sorge um den Datenschutz ist bei Gesundheitsdaten besonders groß. Die Vorstellung, dass intime Informationen über den eigenen psychischen Zustand – etwa aus einem Stimmungstagebuch in einer App – bei Werbetreibenden oder Versicherungen landen könnten, ist beunruhigend. Hier schafft der deutsche Gesetzgeber eine entscheidende und beruhigende Trennlinie: Die Datenschutz- und Sicherheitsanforderungen für zertifizierte DiGA sind ungleich höher als bei herkömmlichen Lifestyle-Apps aus dem App-Store.

Für eine App, die im offiziellen DiGA-Verzeichnis des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) gelistet wird, gelten strengste Regeln. Die Digitale-Gesundheitsanwendungen-Verordnung (DiGAV) verbietet in Kombination mit der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) explizit die Nutzung von Patientendaten zu Werbezwecken. Ein Verkauf oder eine Weitergabe Ihrer Daten für kommerzielle Zwecke ist damit gesetzlich ausgeschlossen. Die Datenverarbeitung darf ausschließlich dem Zweck der Anwendung selbst dienen – also Ihrer Gesundheit.

Zudem müssen DiGA-Hersteller nachweisen, dass ihre Server innerhalb der EU oder eines Landes mit äquivalentem Datenschutzniveau stehen und dass modernste Verschlüsselungstechnologien zum Einsatz kommen. Auch die Krankenkasse selbst erhält keine sensiblen Inhalte. Sie erfährt zwar, dass Ihnen eine bestimmte DiGA verschrieben wurde (abrechnungsrelevante Daten), hat aber keinen Zugriff auf Ihre persönlichen Eingaben wie Symptom-Checker, Tagebucheinträge oder den Verlauf Ihrer Übungen. Ihre digitale Souveränität bleibt gewahrt. Bei nicht-zertifizierten Apps aus dem Ausland ist diese Sicherheit hingegen nicht immer gegeben, weshalb ein genauer Blick in die Datenschutzbestimmungen unerlässlich ist.

Die Gewissheit, dass persönliche Informationen geschützt sind, ist eine Grundvoraussetzung, um sich auf die Nutzung digitaler Gesundheitsanwendungen wirklich einlassen zu können.

Wann ist die beste Zeit für eine 10-Minuten-Session in der Bahn?

Die Vorstellung, inmitten des Trubels einer vollen S-Bahn zur Ruhe zu kommen, mag zunächst paradox erscheinen. Doch gerade das tägliche Pendeln bietet ein ideales Zeitfenster, um eine kurze Achtsamkeitseinheit zu etablieren und die ansonsten oft ungenutzte Zeit in eine wertvolle Ressource für die mentale Gesundheit zu verwandeln. Der Schlüssel liegt in der richtigen Vorbereitung und der Wahl des passenden Moments.

Die beste Zeit ist oft nicht die Stoßzeit, sondern der Moment kurz davor oder danach. Wenn Sie einen Sitzplatz ergattern können, idealerweise am Fenster, haben Sie bereits die halbe Miete. Gute Noise-Cancelling-Kopfhörer sind unerlässlich, um die Geräuschkulisse der Bahn und die Gespräche der Mitreisenden auszublenden. Ein Pendler teilt seine positive Erfahrung mit der App 7Mind und gibt einen entscheidenden praktischen Tipp:

Die 5-minütige Atemübung von 7Mind nutze ich regelmäßig in der S-Bahn. Mit Noise-Cancelling-Kopfhörern kann ich mich trotz der vollen Bahn gut abschirmen. Wichtig ist, die Sessions vorher herunterzuladen, da in deutschen Zügen oft Funklöcher sind.

– Nutzerbericht, IKK Classic

Dieser Hinweis auf die berüchtigten „Funklöcher“ der Deutschen Bahn ist Gold wert. Das vorherige Herunterladen der Meditationseinheiten sorgt dafür, dass Ihre Session nicht abrupt durch eine unterbrochene Internetverbindung endet. Eine 10-Minuten-Session lässt sich ideal aufteilen: Die ersten zwei Minuten dienen dem Ankommen und dem bewussten Wahrnehmen der Sitzposition. Die nächsten sechs Minuten sind der eigentlichen Übung gewidmet, sei es eine Atemübung oder ein kurzer Body-Scan. Die letzten zwei Minuten nutzen Sie, um langsam wieder im Hier und Jetzt anzukommen und den Blick aus dem Fenster schweifen zu lassen, bevor Sie an Ihrer Haltestelle aussteigen.

Ruhige Zugfahrt-Szene mit Person in meditativer Haltung am Fenster

So verwandelt sich die tägliche Fahrt zur Arbeit von einer passiven Notwendigkeit in einen aktiven Moment der Selbstfürsorge, der Ihnen hilft, zentrierter und weniger gestresst am Ziel anzukommen.

Die Integration von Achtsamkeit in den Alltag erfordert Kreativität, wie das Beispiel der Meditation während der Zugfahrt zeigt.

Wie steigern 5 Minuten Stille Ihre kognitive Leistung um 20%?

Während die genaue Zahl von 20 % schwer pauschal zu belegen ist und stark von individuellen Faktoren abhängt, ist der wissenschaftliche Konsens eindeutig: Kurze, regelmäßige Pausen der Stille und Achtsamkeit haben einen messbar positiven Effekt auf unsere kognitiven Fähigkeiten. Der moderne Arbeitsalltag ist geprägt von ständigen Unterbrechungen, Benachrichtigungen und einem hohen Informationsaufkommen. Unser Gehirn arbeitet permanent im Multitasking-Modus, was zu mentaler Erschöpfung und Konzentrationsschwäche führt.

Fünf Minuten bewusster Stille wirken wie ein Reset für das kognitive System. Anstatt die Pause mit dem Griff zum Smartphone zu füllen und das Gehirn mit neuen Reizen zu fluten, erlaubt man ihm, zur Ruhe zu kommen. In diesem Zustand kann das Gehirn Informationen verarbeiten, neuronale Verbindungen neu ordnen und sich von der sogenannten „Aufmerksamkeitsmüdigkeit“ erholen. Wie Forschungsarbeiten belegen, dass regelmäßige Übungen die Konzentrationsfähigkeit und Emotionsregulation verbessern, ist dies kein esoterisches Konzept, sondern ein neurobiologischer Prozess.

Eine solche Mikro-Pause, zum Beispiel in der Mitte eines „Pomodoro“-Arbeitsintervalls, unterbricht den Stresszyklus und verbessert die Fähigkeit, sich danach wieder fokussiert einer Aufgabe zu widmen. Es geht nicht darum, an nichts zu denken, sondern darum, die Aufmerksamkeit bewusst von externen Anforderungen auf interne Prozesse wie den eigenen Atem oder Körperempfindungen zu lenken. Dieser kurze Moment des Innehaltens ist eine Investition, die sich sofort in Form von erhöhter Klarheit, Kreativität und Problemlösungskompetenz auszahlt.

Ihr 5-Punkte-Audit für mentale Klarheit am Arbeitsplatz

  1. Kontaktpunkte identifizieren: Listen Sie alle digitalen und analogen Kanäle auf, die Ihre Konzentration regelmäßig unterbrechen (z.B. E-Mail-Pop-ups, Messenger-Benachrichtigungen, Kollegen).
  2. Bestehende Pausen sammeln: Inventarisieren Sie Ihre aktuellen Pausenroutinen. Greifen Sie zum Handy, holen Sie einen Kaffee oder starren Sie nur auf den Bildschirm?
  3. Kohärenz prüfen: Vergleichen Sie Ihre Unterbrechungen mit Ihrem Ziel der Konzentration. Dienen Ihre aktuellen Pausen wirklich der Erholung oder sind sie nur eine andere Form der Ablenkung?
  4. Wirkung bewerten: Planen Sie bewusst eine 5-Minuten-Stille-Pause ein. Bewerten Sie auf einer Skala von 1-10, wie erfrischt und fokussiert Sie sich danach fühlen im Vergleich zu einer „Handy-Pause“.
  5. Integrationsplan erstellen: Identifizieren Sie die größte Konzentrations-Lücke und ersetzen Sie eine unproduktive Gewohnheit durch eine geplante 5-Minuten-Stille-Session. Setzen Sie sich dafür einen festen Termin im Kalender.

Schon kleine, bewusste Unterbrechungen können die mentale Leistungsfähigkeit signifikant verbessern und dem Gefühl der Überforderung entgegenwirken.

Wie zahlt Ihre Krankenkasse Zuschüsse zu Unterkunft und Anwendungen am Meer?

Eine Achtsamkeits-App ist ein mächtiges Werkzeug für den Alltag, doch manchmal reicht sie allein nicht aus, um tief sitzenden Stress oder ein Burnout zu bewältigen. Hier kommt ein weiterer, oft übersehener Vorteil des deutschen Gesundheitssystems ins Spiel: die Möglichkeit, eine ambulante Vorsorgekur zu beantragen. Und die Daten aus Ihrer DiGA können dabei eine entscheidende Rolle spielen.

Eine App auf Rezept ist nicht nur ein Behandlungsinstrument, sondern auch ein Dokumentationswerkzeug. Die regelmäßige Erfassung von Symptomen, Stimmungen und dem eigenen Befinden über einen längeren Zeitraum liefert Ihrem Arzt eine solide Datengrundlage. Diese kann genutzt werden, um die medizinische Notwendigkeit einer Kur nach § 23 SGB V zu begründen. Der gut dokumentierte Versuch, die Beschwerden zunächst mit einer DiGA zu behandeln, zeigt, dass niederschwellige Optionen ausgeschöpft wurden und nun ein intensiverer Ansatz erforderlich ist. Der digitale Helfer wird so zum Sprungbrett für den nächsten Schritt im Versorgungspfad.

Weitblick über einen ruhigen deutschen Ostseestrand mit Strandkörben

Deutsche Kurorte an Nord- und Ostsee, wie beispielsweise St. Peter-Ording oder die Insel Usedom, haben sich auf Stress- und Burnout-Prävention spezialisiert. Sie bieten Programme an, die Thalassotherapie (Anwendungen mit Meerwasser), Klima- und Bewegungstherapie kombinieren. Wie Untersuchungen von Stiftung Warentest zeigen, bezuschussen die gesetzlichen Krankenkassen bei Genehmigung einer solchen Kur nicht nur die ärztlichen Behandlungen und Anwendungen vor Ort, sondern oft auch die Kosten für Unterkunft, Verpflegung und Kurtaxe mit einem pauschalen Tagessatz. Die App kann zudem helfen, die in der Kur erlernten Techniken nach der Rückkehr in den Alltag zu festigen und so den nachhaltigen Erfolg der Maßnahme zu sichern.

Das Wichtigste in Kürze

  • DiGA vs. Prävention: Unterscheiden Sie klar zwischen verschreibungspflichtigen DiGA (100% Kostenübernahme bei Diagnose) und Präventions-Apps (oft nur Bezuschussung).
  • Wirksamkeit ist entscheidend: Vertrauen Sie auf Apps aus dem offiziellen DiGA-Verzeichnis, da deren medizinischer Nutzen wissenschaftlich nachgewiesen sein muss.
  • Datenschutz ist gewährleistet: Bei zertifizierten DiGA ist die Nutzung Ihrer Gesundheitsdaten für Werbezwecke gesetzlich verboten.

Wie nutzen Sie E-Rezept und BundID, um sich monatlich 3 Stunden Behördengänge zu sparen?

Die Digitalisierung des deutschen Gesundheitswesens schreitet voran und bietet konkrete Vorteile, die über die reine App-Nutzung hinausgehen. Die Einführung des E-Rezepts und die wachsende Bedeutung der BundID schaffen ein Ökosystem, das den Zugang zu digitalen Gesundheitsleistungen wie DiGA erheblich vereinfacht und bürokratische Hürden abbaut. Statt eines Papierrezepts erhalten Sie einen digitalen Code direkt auf Ihr Smartphone, den Sie bei Ihrer Krankenkasse einreichen, um die DiGA freizuschalten – ganz ohne Praxisbesuch nur für die Abholung des Rezepts.

Die Vision geht aber noch weiter. Die BundID, Ihr zentrales Konto für digitale Verwaltungsleistungen, wird zunehmend zur Schlüsselkomponente. Sie ermöglicht eine sichere und eindeutige Identifizierung gegenüber Krankenkassen, Ärzten und App-Anbietern. In Zukunft könnten damit nicht nur Rezepte verwaltet, sondern auch die Einwilligung zur Datenübermittlung zwischen verschiedenen Akteuren im Gesundheitssystem (z.B. von der App zum Kur-Arzt) sicher gesteuert werden. Dies spart nicht nur Zeit und Wege, sondern gibt Ihnen die volle Kontrolle über Ihre Gesundheitsdaten.

Die Akzeptanz dieser digitalen Werkzeuge ist bereits enorm. Wie der aktuelle DiGA-Bericht des GKV-Spitzenverbandes zeigt, dass bis Ende 2024 bereits über 1 Million DiGA-Verschreibungen ausgestellt wurden. Diese Zahl belegt, dass die „App auf Rezept“ kein Nischenphänomen mehr ist, sondern ein etablierter Baustein der modernen Gesundheitsversorgung. Die Kombination aus E-Rezept und BundID ist der logische nächste Schritt, um diesen Prozess für Millionen von Versicherten noch nahtloser und effizienter zu gestalten.

Die Nutzung dieser neuen digitalen Infrastruktur ist der Schlüssel, um die Vorteile des modernen Gesundheitssystems voll auszuschöpfen.

Um die für Sie passende und erstattungsfähige Anwendung zu finden, ist der erste und wichtigste Schritt die Konsultation des offiziellen DiGA-Verzeichnisses des BfArM. Sprechen Sie anschließend mit Ihrem Arzt über eine mögliche Verordnung, um den Weg für Ihre digitale Gesundheitsunterstützung zu ebnen.

Häufige Fragen zu Gesundheits-Apps und Kostenerstattung

Werden meine Gesundheitsdaten an Werbetreibende verkauft?

Bei DiGA ist dies gesetzlich verboten. Die DiGAV in Kombination mit der DSGVO verbietet explizit die Nutzung von Gesundheitsdaten zu Werbezwecken.

Was erfährt meine Krankenkasse über meine App-Nutzung?

Die Krankenkasse erhält nur abrechnungsrelevante Daten, aber keine sensiblen Inhalte wie Tagebucheinträge oder Symptomdetails.

Wie erkenne ich sichere Gesundheits-Apps?

Achten Sie auf: Serverstandort in der EU, Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, CE-Kennzeichnung und Listung im DiGA-Verzeichnis.

Geschrieben von Hannah Fröhlich, Hannah Fröhlich ist Arbeitspsychologin (M.Sc.) und systemischer Coach mit Schwerpunkt auf Resilienz und mentale Gesundheit in der modernen Arbeitswelt. Sie begleitet Führungskräfte und Angestellte dabei, Burnout vorzubeugen und gesunde Grenzen zu setzen.