Veröffentlicht am März 15, 2024

Ein wirksamer Einbruchschutz im Urlaub basiert nicht auf einzelnen Gadgets, sondern auf einem strategisch vernetzten, resilienten Ökosystem, das die Taktiken von Profis gezielt aushebelt.

  • Mechanische Zeitschaltuhren sind durch ihre starren Muster für erfahrene Einbrecher leicht als Täuschung zu erkennen.
  • Die größte Schwachstelle ist oft nicht das Smart-Gerät selbst, sondern ein unzureichend konfigurierter Internet-Router.

Empfehlung: Verlassen Sie sich nicht nur auf Anwesenheitssimulation, sondern bauen Sie ein mehrstufiges Sicherheitskonzept auf, das Netzwerk, Datenhoheit und Ausfallsicherheit (z. B. durch LTE-Backup) mit einbezieht.

Die Koffer sind gepackt, die Vorfreude auf den wohlverdienten Urlaub steigt. Doch ein Gedanke trübt die Stimmung vieler Eigenheimbesitzer: Ist das Haus während meiner Abwesenheit wirklich sicher? Die üblichen Ratschläge sind schnell zur Hand – den Nachbarn bitten, den Briefkasten zu leeren, und vielleicht ein paar Lichter mit einer Zeitschaltuhr steuern. Doch in einer Zeit, in der sich Einbrecher professionalisieren, reichen solche Standardmaßnahmen oft nicht mehr aus. Sie erkennen verräterische, sich wiederholende Muster und wissen, wo sie nach Schwachstellen suchen müssen.

Die Antwort liegt in einer intelligenteren Herangehensweise. Es geht nicht darum, möglichst viele smarte Geräte zu installieren. Die wahre Sicherheit entsteht durch das Verständnis für die Denkweise der Täter und den Aufbau eines strategischen, resilienten Ökosystems. Haben Sie sich jemals gefragt, ob Ihre privaten Videodaten in der Cloud wirklich sicher sind oder ob das günstige Smart-Home-Gadget vom Online-Marktplatz nicht selbst das größte Sicherheitsrisiko darstellt? Genau hier setzt ein professionelles Sicherheitskonzept an: Es schützt nicht nur vor dem Einbruch selbst, sondern auch vor den verdeckten digitalen Gefahren.

Dieser Leitfaden führt Sie über die Grundlagen der Anwesenheitssimulation hinaus. Wir analysieren die Schwachstellen, die oft übersehen werden, zeigen Ihnen, wie Sie Ihr System rechtskonform und datensicher aufbauen, und decken auf, wie vernetzte Geräte auch vor ganz anderen Gefahren wie Wasser- oder Brandschäden schützen können. Ziel ist es, Ihnen das Wissen an die Hand zu geben, um Ihr Eigentum nicht nur scheinbar, sondern tatsächlich abzusichern – für einen sorgenfreien Urlaub und ein sicheres Gefühl das ganze Jahr über.

Um Ihnen einen klaren Überblick über die entscheidenden Aspekte eines robusten Smart-Home-Sicherheitssystems zu geben, haben wir die wichtigsten Themen für Sie strukturiert. Der folgende Inhalt führt Sie schrittweise von den grundlegenden Schwachstellen bis hin zu fortgeschrittenen Schutzmaßnahmen.

Warum schrecken mechanische Zeitschaltuhren professionelle Einbrecher nicht mehr ab?

Mechanische Zeitschaltuhren versagen, weil sie auf einem Prinzip basieren, das professionelle Einbrecher mühelos durchschauen: absolute Regelmäßigkeit. Wenn sich jeden Abend um exakt 19:05 Uhr das Licht im Wohnzimmer einschaltet und um 22:30 Uhr wieder erlischt, ist dies nach wenigen Tagen der Beobachtung ein klares Signal für ein unbewohntes Haus. Die starren, sich täglich wiederholenden Muster sind eine Einladung, keine Abschreckung. Hinzu kommt das oft hörbare „Klicken“ der Mechanik, das für einen geübten Beobachter am Fenster ebenfalls verräterisch sein kann.

Genau aus diesem Grund ist die intelligente Anwesenheitssimulation eine Kernkomponente moderner Sicherheitssysteme. Anstatt starren Zeitplänen zu folgen, nutzen diese Systeme Zufallsalgorithmen. Das Licht geht an einem Tag um 19:15 Uhr an, am nächsten um 19:40 Uhr. Die Rollläden fahren zu variablen Zeiten herunter, und es können sogar Geräuschkulissen wie Fernseher- oder Gesprächsfetzen eingespielt werden. Diese Unberechenbarkeit imitiert menschliches Verhalten glaubwürdig und macht es für Außenstehende nahezu unmöglich, eine automatisierte Steuerung von realer Anwesenheit zu unterscheiden. Solche dynamischen Muster sind der entscheidende Vorteil, den auch die Polizei befürwortet, wie die Empfehlungen der polizeilichen Initiative K-EINBRUCH bestätigen.

Ein konkretes Beispiel ist die „Haushüterfunktion“ der Deutschen Telekom. Dieses System vernetzt Lichter, Rollläden und smarte Steckdosen, um per Zufallsprinzip eine natürliche und unvorhersehbare Anwesenheit zu simulieren. Der Unterschied zur mechanischen Uhr ist nicht nur technischer, sondern vor allem strategischer Natur: Es geht darum, das Täterdenken zu antizipieren und die verräterische Regelmäßigkeit zu eliminieren, auf die sich Einbrecher verlassen.

Wie positionieren Sie Außenkameras rechtskonform, ohne den Nachbarn zu filmen?

Die Installation von Außenkameras ist eine der wirksamsten Methoden zur Abschreckung und Aufklärung, doch viele Eigenheimbesitzer zögern aus Sorge vor rechtlichen Konsequenzen. Die gute Nachricht: Der Betrieb ist legal, solange Sie sich an klare Regeln halten. Die wichtigste Vorschrift in Deutschland ist, dass Ihre Kamera ausschließlich Ihr eigenes, befriedetes Besitztum filmen darf. Öffentliche Wege, Gehwege und insbesondere das Nachbargrundstück sind tabu. Dies schützt das allgemeine Persönlichkeitsrecht und das Recht am eigenen Bild Ihrer Nachbarn und Passanten.

Die technische Umsetzung ist heute einfacher denn je. Moderne Überwachungskameras bieten sogenannte „Privacy Masks“ (Privatsphärenmasken). Mit dieser Software-Funktion können Sie direkt im Live-Bild Bereiche digital schwärzen, die nicht aufgezeichnet werden dürfen. So stellen Sie sicher, dass der Garten des Nachbarn oder der öffentliche Bürgersteig aus der Aufnahme ausgenommen sind, selbst wenn der physische Sichtbereich der Kamera breiter ist. Die korrekte Justierung des Kamerawinkels und die Nutzung dieser digitalen Werkzeuge sind der Schlüssel zur rechtskonformen Überwachung.

Rechtskonforme Positionierung einer Überwachungskamera am Haus

Wie das Bild andeutet, ist die strategische Ausrichtung entscheidend. Montieren Sie die Kamera so, dass sie entlang Ihrer Hauswand oder Grundstücksgrenze filmt, anstatt senkrecht davon weg. In manchen Fällen kann auch die Anbringung eines Hinweisschildes gemäß der DSGVO (Datenschutz-Grundverordnung) erforderlich sein, insbesondere wenn Besucher Ihr Grundstück betreten. Die Dokumentation Ihrer Einstellungen kann bei eventuellen Nachfragen von Behörden oder Nachbarn hilfreich sein.

Checkliste zur rechtskonformen Kameraausrichtung

  1. Gesetze prüfen: Machen Sie sich mit den Grundlagen der DSGVO, des BDSG und des § 22 KunstUrhG („Recht am eigenen Bild“) vertraut, um die rechtlichen Rahmenbedingungen zu verstehen.
  2. Privacy Masking nutzen: Aktivieren und konfigurieren Sie die digitalen Schwärzungszonen in Ihrer Kamera-Software, um Nachbargrundstücke und öffentliche Bereiche zuverlässig auszublenden.
  3. Erfassungsbereich justieren: Richten Sie den Winkel und die Neigung der Kamera physisch so aus, dass der Fokus klar auf Ihrem eigenen Grundstück (Einfahrt, Garten, Eingangstür) liegt.
  4. Hinweisschild anbringen: Installieren Sie ein gut sichtbares Schild, das auf die Videoüberwachung hinweist, um der Informationspflicht nach DSGVO nachzukommen.
  5. Einstellungen dokumentieren: Erstellen Sie Screenshots von Ihren Privacy-Masking-Einstellungen als Nachweis für die rechtskonforme Konfiguration.

Abo-Modell oder eigener Server: Was ist sicherer für Ihre privaten Videodaten?

Sobald eine Kamera aufzeichnet, stellt sich die entscheidende Frage nach dem Speicherort der sensiblen Daten. Grundsätzlich stehen sich zwei Modelle gegenüber: das Cloud-Abonnement eines Herstellers und die lokale Speicherung auf einem eigenen Gerät, zum Beispiel einem Netzwerkspeicher (NAS). Die Wahl hat weitreichende Konsequenzen für Ihre Datenhoheit, also die vollständige Kontrolle über Ihre privaten Informationen. Während Cloud-Dienste mit Komfort und externer Sicherung bei Diebstahl punkten, unterliegen sie oft Gesetzen außerhalb der EU, wie dem US CLOUD Act, der US-Behörden den Zugriff auf Daten ermöglichen kann, selbst wenn diese auf europäischen Servern liegen.

Ein eigener, lokaler Server (NAS) im Haus bietet maximale Kontrolle. Nur Sie haben Zugriff auf die Daten, es fallen keine monatlichen Gebühren an und Sie sind unabhängig von der Internetverbindung für den Zugriff im Heimnetz. Der Nachteil: Sie sind selbst für die Wartung, Updates und die physische Sicherheit des Geräts verantwortlich. Wird der Server bei einem Einbruch gestohlen, sind auch die Aufnahmen verloren, sofern kein externes Backup existiert.

Als deutsches Unternehmen liegt uns bei Bosch Smart Home der Schutz Ihrer persönlichen Daten und Privatsphäre besonders am Herzen. Ihr Bosch Smart Home Controller speichert standardmäßig all Ihre Daten rein lokal.

– Bosch Smart Home, Bosch Smart Home Einbruchschutz

Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Kriterien für Ihre Entscheidung zusammen und hilft Ihnen, die für Ihre Bedürfnisse passende Lösung zu finden. Eine Hybrid-Lösung, bei der kritische, durch Bewegung ausgelöste Sequenzen zusätzlich in einer Cloud gesichert werden, kann oft den besten Kompromiss aus Sicherheit und Komfort darstellen.

Vergleich Cloud-Abo vs. lokaler Server für Videodaten
Kriterium Cloud-Abo Lokaler Server (NAS)
Datenhoheit Eingeschränkt (US CLOUD Act Problematik) Vollständige Kontrolle
Diebstahlschutz Daten extern gesichert Risiko bei physischem Zugriff
Wartungsaufwand Professionell gemanagt Technisches Wissen erforderlich
Kosten Monatliche Gebühren Einmalige Anschaffung
Empfehlung Für technisch weniger versierte Nutzer Hybrid-Lösung mit Cloud-Backup kritischer Sequenzen

Das Einfallstor in Ihr Netzwerk, das 60% der Nutzer bei der Installation übersehen

Die größte Schwachstelle eines Smart-Home-Systems ist oft nicht die teure Kamera oder der smarte Türsensor, sondern das am häufigsten übersehene Gerät: der Internet-Router. Er ist das zentrale Tor, durch das alle Daten fließen. Ist dieses Tor ungesichert, stehen alle dahinter vernetzten Geräte potenziellen Angreifern offen. Erschreckenderweise versäumen es viele Nutzer, grundlegende Sicherheitseinstellungen vorzunehmen. So warnt das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), dass über 60 % der Anwender es unterlassen, voreingestellte Standardpasswörter von Geräten und Routern zu ändern.

Passwörter wie „admin“ oder „1234“, die bei vielen Routern (z.B. Speedport, Fritz!Box) in der Werkseinstellung hinterlegt sind, sind für Hacker eine offene Einladung. Doch das ist nicht die einzige verdeckte Schwachstelle. Eine ebenso kritische, aber weniger bekannte Funktion ist UPnP (Universal Plug and Play). Sie ist standardmäßig oft aktiviert und erlaubt es Geräten im Netzwerk, eigenständig Ports zum Internet zu öffnen. Das ist zwar komfortabel, aber aus Sicherheitssicht katastrophal, da es unkontrollierte Einfallstore schafft.

Sichere Netzwerktrennung zwischen Hauptnetzwerk und IoT-Geräten

Eine professionelle Absicherung des Netzwerks ist unerlässlich. Der wichtigste Schritt ist die Netzwerksegmentierung. Richten Sie ein separates Gäste-WLAN ausschließlich für Ihre Smart-Home- und IoT-Geräte ein. Sollte eines dieser Geräte kompromittiert werden, ist der Angreifer in diesem isolierten Netzwerk gefangen und kann nicht auf Ihr Hauptnetzwerk zugreifen, in dem sich Ihre sensiblen Daten auf Computern und Smartphones befinden. Diese Trennung ist eine simple, aber extrem wirksame Barriere. Folgende drei Schritte sollten Sie umgehend prüfen:

  • Admin-Passwort ändern: Ersetzen Sie das Standardpasswort Ihres Routers sofort durch ein langes, komplexes und einzigartiges Passwort.
  • UPnP deaktivieren: Suchen Sie in den Router-Einstellungen nach „UPnP“ und schalten Sie diese Funktion ab. Notwendige Portfreigaben sollten manuell und gezielt erfolgen.
  • Gäste-Netzwerk einrichten: Konfigurieren Sie ein separates WLAN mit eigenem Namen und Passwort nur für Ihre IoT-Geräte und trennen Sie es von Ihrem primären Netzwerk.

Wann retten vernetzte Rauchmelder Leben, wo herkömmliche Geräte versagen?

Während Sie im Urlaub sind, beschränken sich die Gefahren für Ihr Zuhause nicht nur auf Einbrecher. Ein technischer Defekt, der einen Schwelbrand auslöst, kann weitaus verheerendere Folgen haben. Herkömmliche Rauchmelder sind hier nur bedingt eine Hilfe: Sie alarmieren lautstark, aber wenn niemand zu Hause ist, um den Alarm zu hören, bleibt er wirkungslos. Genau hier entfalten vernetzte Rauchmelder ihr volles, lebensrettendes Potenzial, indem sie die entscheidende Informationslücke schließen.

Der entscheidende Vorteil ist die sofortige Benachrichtigung auf Ihr Smartphone, egal wo auf der Welt Sie sich befinden. Sie werden in dem Moment alarmiert, in dem Rauch detektiert wird, und können umgehend die Feuerwehr oder einen Nachbarn verständigen. So wird aus einem potenziellen Totalverlust durch einen Großbrand ein beherrschbarer Zwischenfall. Darüber hinaus bieten vernetzte Systeme eine Kettenreaktion: Löst ein Melder im Keller aus, schlagen sofort alle anderen Melder im Haus ebenfalls Alarm. Dies ist besonders nachts überlebenswichtig, um schlafende Personen in weit entfernten Stockwerken zu wecken.

Die Stiftung Warentest hat diesen Mehrwert bereits 2021 hervorgehoben und drei Funkrauchmelder mit der Gesamtnote 1,8 (gut) bewertet. Die Experten lobten insbesondere die Zuverlässigkeit des Alarms und die intelligenten Zusatzfunktionen. Ein vernetztes System kann im Brandfall automatisch weitere Sicherheitsmaßnahmen auslösen: Es kann die Haustür entriegeln, um den Rettungskräften den Zugang zu erleichtern, die Rollläden hochfahren, um Fluchtwege freizugeben, und die Lichter einschalten, um die Orientierung im Rauch zu verbessern. Diese strategische Vernetzung macht aus einem einfachen Warnmelder einen aktiven Teil des Rettungsplans.

Das Sicherheitsrisiko bei Billig-Gadgets, das Ihre privaten Daten gefährdet

Auf der Suche nach einer günstigen Smart-Home-Lösung landen viele Verbraucher auf großen Online-Marktplätzen, die mit unzähligen No-Name-Produkten locken. Doch der niedrige Preis hat oft hohe versteckte Kosten in Form von massiven Sicherheitslücken. Diese Geräte sind häufig nicht nur schlecht gegen Angriffe von außen geschützt, sondern fungieren selbst als Spione in Ihrem eigenen Zuhause. Das Problem liegt in mangelnden Sicherheitsstandards und fragwürdigen Datenschutzpraktiken der Hersteller.

Viele dieser Billig-Geräte senden unverschlüsselte Daten an Server in Ländern ohne strenge Datenschutzgesetze. Wer auf die Daten zugreift und wofür sie verwendet werden, bleibt für den Nutzer völlig intransparent. Noch gefährlicher ist das Risiko, dass solche Geräte Teil eines Botnetzes werden. Angreifer kapern die unsicheren Kameras oder Steckdosen und nutzen deren Rechenleistung für großangelegte Cyberangriffe (DDoS-Angriffe), ohne dass der Besitzer etwas davon merkt. Eine repräsentative Studie von Ei Electronics ergab, dass nur 11% der deutschen Eigenheimbesitzer vernetzte Sicherheitssysteme mit Zertifizierung nutzen – eine erschreckend niedrige Zahl, die das Ausmaß des Risikos verdeutlicht.

Viele No-Name-Produkte von Online-Marktplätzen senden unverschlüsselte Daten an Server in Ländern mit fragwürdigen Datenschutzgesetzen.

– Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), BSI Warnung vor unsicheren IoT-Geräten

Achten Sie daher beim Kauf bewusst auf vertrauenswürdige Hersteller und anerkannte Prüfsiegel. Produkte von etablierten Marken, die den europäischen Markt und insbesondere den deutschen Datenschutz ernst nehmen, sind zwar in der Anschaffung teurer, stellen aber eine Investition in Ihre digitale Sicherheit und Privatsphäre dar. Der Griff zum Billig-Gadget ist ein unkalkulierbares Risiko, das nicht nur Ihr Netzwerk, sondern auch Ihre persönlichen Daten gefährdet.

Wann lohnt sich ein LTE-Router als Ausfallschutz für Selbstständige?

Ein ausgeklügeltes Smart-Home-Sicherheitssystem ist nur so stark wie seine Verbindung zur Außenwelt. Professionelle Einbrecher wissen das und eine ihrer Taktiken ist es, vor dem eigentlichen Einbruch gezielt die Internetleitung des Hauses zu kappen – sei es die DSL- oder die Glasfaserleitung. In diesem Moment wird Ihr teures Sicherheitssystem blind und stumm. Es kann keine Alarme mehr an Ihr Smartphone senden und keine Videodaten in die Cloud laden. Für Selbstständige, die auf eine lückenlose Überwachung ihres Eigentums oder Home-Office angewiesen sind, ist dieses Szenario besonders kritisch.

Die Lösung ist ein redundantes System, das die Resilienz Ihres Netzwerks sicherstellt: ein LTE-Router als Backup. Dieses Gerät wird parallel zum Hauptanschluss betrieben und übernimmt im Falle eines Ausfalls der primären Internetverbindung automatisch die Kommunikation. Ausgestattet mit einer günstigen Prepaid-Datenkarte, zum Beispiel von Congstar oder fraenk, entstehen nur minimale laufende Kosten. Der Router stellt sicher, dass Alarmanlagen, Kameras und andere Sensoren auch bei Sabotage der Hauptleitung online und funktionsfähig bleiben.

Die Investition in eine solche Ausfallsicherung ist im Vergleich zum potenziellen Schaden minimal. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft rechnet vor, dass der Schaden pro Einbruch im Durchschnitt bei rund 3.800 Euro liegt. Angesichts dieser Summe rentiert sich die Anschaffung eines LTE-Routers (ca. 100-150 Euro) bereits, wenn er auch nur einen einzigen Einbruchsversuch verhindert. Für Selbstständige, deren Geschäftsausstattung oder sensible Daten im Haus gelagert sind, ist dieser zusätzliche Schutzschirm keine Option, sondern eine Notwendigkeit.

Das Wichtigste in Kürze

  • Strategie vor Gadgets: Ein sicheres Smart Home ist ein durchdachtes Ökosystem, keine Sammlung einzelner Geräte.
  • Netzwerksicherheit ist das Fundament: Die Absicherung Ihres Routers (Passwort, UPnP, Gäste-WLAN) ist der wichtigste Schritt.
  • Datenhoheit beachten: Entscheiden Sie bewusst, ob Sie Ihre privaten Daten einem Cloud-Anbieter anvertrauen oder lokal speichern wollen.
  • Resilienz planen: Sichern Sie Ihr System gegen Ausfälle der Internet- oder Stromversorgung (z.B. mit LTE-Router und Notstrom) ab.

Wie verhindern vernetzte Haushaltsgeräte teure Wasserschäden, bevor sie entsteht?

Ein umfassendes Sicherheitskonzept für die Urlaubszeit endet nicht beim Einbruchschutz. Eine der kostspieligsten und häufigsten Gefahren für ein Eigenheim ist ein unbemerkter Wasserschaden. Eine geplatzte Wasserleitung oder ein defekter Schlauch an der Waschmaschine kann innerhalb von Stunden immense Schäden verursachen, deren Sanierung oft Monate dauert und fünf- bis sechsstellige Beträge kosten kann. Allein in Deutschland ist das Ausmaß enorm: Leitungswasserschäden verursachten Kosten von 4,9 Milliarden Euro, und statistisch platzt alle 30 Sekunden ein Rohr.

Herkömmliche Häuser sind dieser Gefahr schutzlos ausgeliefert. Ein smartes Zuhause hingegen kann proaktiv handeln und den Schaden verhindern, bevor er überhaupt entsteht. Die Lösung ist eine Kombination aus zwei einfachen, aber genialen Komponenten: intelligenten Wassermeldern und einem vernetzten Hauptwasserhahn-Absperrventil. Die kleinen, batteriebetriebenen Wassermelder werden an kritischen Stellen platziert – unter der Spüle, neben der Waschmaschine oder im Heizungskeller.

Sobald die Sensoren des Melders mit Flüssigkeit in Kontakt kommen, löst das System eine sofortige Kettenreaktion aus. Sie erhalten eine Push-Nachricht auf Ihr Smartphone und können reagieren. Noch wichtiger ist jedoch die automatisierte Gegenmaßnahme: Der Wassermelder kommuniziert direkt mit dem smarten Absperrventil am Hauptwasseranschluss und gibt den Befehl, die Wasserzufuhr für das gesamte Haus sofort zu stoppen. Ein System wie der Homematic IP Wassersensor in Kombination mit einem motorisierten Absperrventil kann so einen potenziellen Millionenschaden auf wenige Tropfen Wasser reduzieren. Dies ist ein perfektes Beispiel für ein resilientes Ökosystem, das nicht nur auf Bedrohungen von außen, sondern auch auf Gefahren von innen reagiert.

Ein wahrhaft intelligentes Zuhause schützt Ihr Eigentum umfassend und vorausschauend. Der erste Schritt zur Umsetzung besteht darin, eine Bestandsaufnahme Ihrer aktuellen Sicherheitsmaßnahmen vorzunehmen und gezielt die hier aufgezeigten Schwachstellen zu identifizieren und zu beheben.

Häufige Fragen zum Thema Smart-Home-Sicherheit im Urlaub

Was kostet ein gutes Smart-Home-Sicherheitssystem?

Die Kosten sind stark skalierbar. Einsteigerpakete von Markenherstellern mit einer Zentrale und einigen Sensoren (Tür/Fenster, Bewegungsmelder) beginnen bei ca. 200-400 Euro. Eine umfassende Lösung mit Kameras, LTE-Backup und Wasserschutz kann 1.000 Euro und mehr kosten. Entscheidend ist, nicht am falschen Ende zu sparen: Zertifizierte Geräte von etablierten Anbietern sind eine Investition in Sicherheit und Datenschutz, während Billig-Gadgets oft versteckte Risiken bergen.

Kann man ein Smart Home hacken?

Ja, jedes mit dem Internet verbundene System ist potenziell angreifbar. Die meisten erfolgreichen Angriffe nutzen jedoch leicht vermeidbare Schwachstellen aus. Dazu gehören schwache oder nie geänderte Standardpasswörter, eine ungesicherte Router-Konfiguration (wie aktiviertes UPnP) und die Verwendung von unsicheren No-Name-Produkten. Durch die Absicherung Ihres Routers, die Nutzung eines separaten Gäste-WLANs für IoT-Geräte und die Wahl vertrauenswürdiger Hersteller minimieren Sie das Risiko drastisch.

Welche Smart-Home-Systeme sind besonders sicher?

Systeme, die eine lokale Datenspeicherung ermöglichen (z. B. auf einem NAS oder einer internen Speicherkarte), bieten eine höhere Datenhoheit als reine Cloud-Lösungen. Achten Sie auf Hersteller, die transparent mit dem Thema Datenschutz umgehen und Serverstandorte in der EU garantieren. Zertifizierungen von unabhängigen Instituten wie dem AV-Test Institut können ebenfalls ein guter Indikator für die Sicherheit eines Systems sein. Marken wie Bosch Smart Home, Homematic IP oder Abus gelten im deutschen Markt als vertrauenswürdige Anbieter.

Geschrieben von Markus Weber, Markus Weber ist studierter Informatiker und Smart-Home-Integrator mit einer Spezialisierung auf Netzwerksicherheit und IoT-Systeme. Seit 12 Jahren plant und installiert er komplexe Hausautomationslösungen, die Komfort mit maximaler Datensicherheit verbinden.